Direkt zum Seiteninhalt springen

Symposium Panel 8: Solidarity in/and the Archive

Logo in verschiedenen Blautönen und schwarz des Festivals Archival Assembly, mit dem Titel "Archive, otherwise", dem Datum und Ort.

Di 29.09.
14:30

  • Kino

    Arsenal

    zu dem Kalender
  • Panelteilnehmer*innen: Elizabeth Ramírez-Soto (Columbia University; online), Mohanad Yaqubi (Idioms Film, Ramallah and KASK School of the Arts; online), Moderation: Laliv Melamed (Goethe-Universität Frankfurt)

Eine der Herausforderungen der gegenwärtigen Archivsituation besteht in der Schaffung von Kollektiven und Netzwerken jenseits restriktiver Vorstellungen von Staatsbürgerschaft und jenseits der Dynamiken in sich geschlossener (was oft heißt: selbstbezogener) Institutionen. Wie schaffen und erhalten wir solche Beziehungen und Kooperationen, um Archive zu retten, ihre Inhalte zugänglich zu machen und ihre epistemischen und affektiven Potenziale nutzbar zu machen? Freundschaften erleichtern Kooperation, doch der gegenwärtige Moment erfordert inklusivere Kollektivitäten. Die Wiederaufnahme und Neubetrachtung des Solidaritätsbegriffs, der bei der Entstehung von Archiven wie der Sammlung des Arsenal eine wichtige Rolle spielte, eröffnet einen Weg zur (Wieder-)Erschaffung dessen, was man Freundschaftsnetzwerke im großen Maßstab nennen könnte.

Elizabeth Ramírez-Soto ist Associate Professor für Film and Media Studies an der School of the Arts der Columbia University. Ihre Forschungsschwerpunkte sind feministische Filmgeschichte, transnationale Film- und Medienpraktiken, Dokumentarfilm und Archivpolitik. Sie interessiert sich für die Zusammenhänge zwischen staatlicher Gewalt, Zwangsmigration und transnationalen Produktionsweisen, mit einem Schwerpunkt auf Lateinamerika. Als Filmkuratorin hat sie mehrere Filmvorführungen mit Bezug zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit organisiert.

Mohanad Yaqubi ist Filmemacher, Produzent und Mitbegründer von Idioms Film, einer Arthouse-Produktionsfirma mit Sitz in Ramallah (gegründet 2004). Zudem ist er Mitglied von Subversive Film, einem kuratorischen Kollektiv, das sich der Erforschung und Verbreitung des „militanten Kinos“ aus Palästina und darüber hinaus widmet. Seit 2017 ist er als Dozent und Forscher an der KASK School of the Arts in Gent tätig. Yaqubi ist Gründungsmitglied des Palestine Film Institute und leitet dessen Archiv. Mit einem Hintergrund im Maschinenbau und einem Master-Abschluss in Spielfilmproduktion von der Goldsmiths University in London erforscht er Archivpraktiken im Kontext transnationaler Solidaritätsbewegungen. Seine Arbeit untersucht Politik, Ästhetik und Kino und betrachtet dabei auch „unvollkommene Archive“ als Mittel zur Verknüpfung lebendiger Erinnerungen. Sein erster Langfilm, Off Frame AKA Revolution Until Victory (2016), feierte seine Premiere unter anderem auf dem Toronto IFF, der Berlinale, dem Cinéma du réel, dem Dubai IFF und dem Carthage Film Festival. Sein zweiter Film, R21 AKA Restoring Solidarity (2022), wurde unter anderem auf der documenta fifteen, dem IDFA, dem Marrakesh FF, dem True/False Film Festival und dem Melbourne IFF gezeigt. Sein neuester Film Revolutionaries Never Die feierte seine Premiere in der Sektion Concorso Cineasti del Presente beim Locarno Film Festival 2026 und gewann dort den Ciné+OCS Jury-Spezialpreis.

Laliv Melamed ist Professorin für digitale Filmkultur an der Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Lehre und Forschung konzentrieren sich auf non-fiktionale Film- und Medienformen, staatliche Gewalt sowie kritische und postkoloniale Ansätze zum visuellen Archiv, wobei der Schwerpunkt auf dem Kontext Israel-Palästina liegt. Sie ist die Autorin von Sovereign Intimacy: Private Media and the Traces of Colonial Violence (University of California Press, 2023) und hat zudem zahlreiche wissenschaftliche Artikel, Essays und Interviews zu Fragen von Repräsentation, Erinnerung, Gewalt und visueller Überlieferung veröffentlicht. Neben ihrer akademischen Laufbahn war Melamed unter anderem als Filmkuratorin für DocAviv, den Filmclub „The Left Bank“ und die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen tätig.

Gefördert durch: